©

Restaurant L'Opidum in Fondettes

|

Opidom - Atelier LUVIN

Im Opidom Jérôme Roy aufstrebender Stern der Gastronomie in Tours

Er hatte nicht damit gerechnet, doch im Januar 2021 erhielt Jérôme Roy einen Stern im Guide Michelin. Für diejenigen, die ihn kennen und die glänzende Karriere des aus Loches stammenden Kochs verfolgt haben, war dies keine Überraschung. Aber für ihn … schon! Dennoch nimmt er diese Auszeichnung bescheiden, aber mit voller Überzeugung an.

Ein Koch, der sich durch Bescheidenheit auszeichnet und voller Talente

Jérôme Roy hatte so gar nicht damit gerechnet, in diesem Jahr einen Michelin-Stern zu erhalten, dass er die Verleihungszeremonie des „Roten Führers“ nicht einmal verfolgte, als ihm dieser verliehen wurde. Er aß gerade in aller Ruhe mit seiner Familie zu Mittag, als Freunde ihn anriefen, um ihm zu gratulieren! Zugegeben, es war erst wenige Monate her, dass er in seine Heimatregion Touraine zurückgekehrt war, um dortdas „Opidom“, sein eigenes Restaurant, zu übernehmen (November 2019). Zugegeben, die Corona-Zeit war nicht gerade die günstigste, um auf sich aufmerksam zu machen… Aber das Talent ist da, bereits zuvor in renommierten Häusern entdeckt und ausgezeichnet. In wenigen Worten und unter Auslassung einiger Stationen (insbesondere in Tokio, London, Moskau oder Genf) lässt sich Jérôme Roys glänzender Werdegang wie folgt zusammenfassen:

  • Berufsabitur im Fachbereich Küche am Lycée Bayet in Tours, ergänzt durch einen CAP-Abschluss in Konditorei im Jahr 1997.
  • Von 1999 bis 2001 arbeitete er mit Thierry Marx in Cordeillan-Bages zusammen und stieg im Mandarin Oriental Paris vom Commis zum Chef de Partie auf.
  • Von 2001 bis 2006 sammelte er Erfahrungen als Küchenchef bei Michel Troisgros – nicht gerade der Geringste…
  • Anschließend übertrug ihm eine weitere Ikone der französischen Gastronomie, Pierre Gagnaire, die Leitung der Küche eines Restaurants, das dieser in Courchevel eröffnete (Les Airelles).
  • Im Jahr 2008 ging er, ebenfalls im Auftrag von Pierre Gagnaire, nach Seoul, um das Restaurant des „Seoul Lotte Hotels“ zu eröffnen, und 2010 folgte in St-Tropez das „Colette by Pierre Gagnaire“
  • Im Jahr 2012 versetzte ihn Pierre Gagnaire ins „Couvent des Minimes“ in Mane (Alpes de Haute Provence) … wo er unter anderem 2016 einen Michelin-Stern erhielt!

Dennoch bleibt Küchenchef Jérôme Roy erstaunlich bescheiden. Er meidet das Rampenlicht und konzentriert sich, wenn er nicht gerade ungestörte Momente mit seiner Familie genießt, auf seine Küche, experimentiert und verfeinert unaufhörlich seine Rezepte…

Ein kulinarisches Erlebnis Nicht verpassen

Manche trauen sich nicht, die Türen eines Sternerestaurants zu durchschreiten – für sie ist das eine „andere Welt“ … Wenn Sie zu diesen Menschen gehören (aber auch, wenn nicht), sollten Sie dennoch einmal imOpidom in Fondettes vorbeischauen: Sie werden ganz ungezwungen von Valérie, der Ehefrau des Küchenchefs, empfangen. Anschließend werden Sie sich in diesem schlichten und zugleich gemütlichen Ambiente sofort wohlfühlen. Das Servicepersonal ist keineswegs steif, sondern freundlich und eher locker, dabei aber sehr aufmerksam. Kurz gesagt: ImOpidom fühlt man sich wohl. Und wenn dann die Amuse-Bouches und anschließend die verschiedenen Gerichte serviert werden, dann fühlt man sich wirklich sehr, sehr wohl!

Ich werde euch das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen, indem ich euch das Degustationsmenü verrate, das ich letzten Sommer ausgewählt habe … Nun ja, eigentlich habe ich es nicht wirklich ausgewählt, denn das Fünf-Gänge-Menü wird vom Küchenchef je nach Marktangebot und seiner momentanen Intuition zusammengestellt. Es ist also eine Überraschung! An diesem Tag folgten nach den Amuse-Bouches – die natürlich hervorragend waren – nacheinander:

  • Ceviche vom Thunfisch, Aufguss aus Gräten und orientalische Würzmischung, Queller-Salat
  • Fricassée von Wellhornschnecken, gebratene Foie gras, Mandelmilch mit pflanzlichem Plankton
  • Gebratene Taube mit schwarzem Sarawak-Pfeffer, Mousseline aus gebrannten Kartoffeln, kandierte Zitrone und Rucola
  • Sainte-Maure-de-Touraine, Pesto aus frischen Kräutern, Rosinenpaste mit Balsamico-Essig
  • Erdbeer-Croustillant, Rhabarberkompott, Jasmintee-Creme.
  • Und noch ein Nach-Dessert!

Starke Punkte

Grund #1

Einzigartige Geschmacksnuancen

Grund #2

Ein sehr sympathisches Team in der Halle

Grund #3

Moderne und schlichte Einrichtung

Alles war absolut hervorragend präsentiert und absolut exquisit. Originalität, subtile Aromen und harmonische Kombinationen der Zutaten, exotische Akzente, präzise Garzeiten, eine auf die Gerichte abgestimmte Weinauswahl: Es war alles vorhanden, um uns einen unvergesslichen Moment zu bescheren. Für mich persönlich war es das erste Mal, dass ich Wellhornschnecken außerhalb einer Meeresfrüchteplatte probiert habe. Aber was für ein Erlebnis: eine – auf den ersten Blick – sehr gewagte Kombination mit Foie gras und Mandelmilch mit pflanzlichem Plankton, die jedoch überaus gelungen war! Sollte dieses Signature-Gericht auf der Speisekarte stehen, wenn Sie das Opidom besuchen, kann ich es Ihnen wärmstens empfehlen.

Jérôme Roy konzipiert seine Küche stets als leicht, natürlich und genussvoll. Aber auch äußerst präzise. Er bewirtschaftet seinen eigenen Kräutergarten, dessen Ernte er mit überraschender Sorgfalt kombiniert: Seine „hausgemachten“ Kräuter der Provence bestehen zu 27 % aus drei verschiedenen Pflanzenarten und zu 19 % aus einer vierten! Ganz im Trend der Zeit setzt der Küchenchef vor allem auf lokale, frische und somit saisonale Produkte. Doch obwohl er viele Zutaten aus der Region Tours verwendet, verleiht er seiner kreativen Küche dank seiner Erfahrungen im Süden Frankreichs oder im Ausland (und dank kluger Beschaffung) originelle und subtile Akzente. Um sich selbst von meinen Worten zu überzeugen, reservieren Sie doch einfach einen Tisch im Opidom!

Von der Gabel zur Feder

Als Feinschmecker und Genießer hat Hubert Giblet den Verein „Val de Loire Terres de Gastronomie“ gegründet, der das Festival „Automnales de la Gastronomie“ sowie einmal im Monat kulinarische Rundgänge organisiert. Im Fremdenverkehrsamt Azay-Chinon kümmert er sich zudem um die Veranstaltungen, die im Rahmen des Labels „Vignobles & Découvertes“ initiiert werden.

Erleben

Hat Ihnen dieser Inhalt gefallen?  Teilen Sie es in sozialen Netzwerken!